Mich faszinieren Dinge mit Geschichte.
Nicht, weil sie alt sind, sondern weil sie gelebt haben.
Ich will mir vorstellen, wie ein Stück einmal ausgewählt wurde, wer es in den Händen hielt, in welchem Licht es glänzte. Welche Musik vielleicht im Raum lief, welcher Geruch in der Luft lag, welche Farbe gerade modern oder geliebt war.
Wenn mir ein Objekt begegnet, versuche ich herauszufinden, woher es kommt und aus welcher Epoche es stammt.
Und oft erlaube ich mir, die Geschichte weiterzudenken.
Mich interessiert das Gesamtbild. Das Crossover.
Wie sich ein Teller aus den 1920ern mit einer modernen Umgebung verträgt. Wie Glas aus einer längst vergangenen Zeit plötzlich neues Licht sammelt. Wie Stoffe, Formen, Farben und Klänge gemeinsam etwas Neues erzählen.
In dieser Welt, in welcher immer schneller und immer mehr konsumiert wird, möchte ich innehalten. Nachhaltigkeit bedeutet für mich nicht nur Herkunft und Material sondern vorallem Wertschätzung und Aufmerksamkeit. Das bewusste Weitergeben dessen, was bereits da war und ist.
Erhalten.
Mich interessieren die Menschen.
Jene, welche sich diese Stücke einst erspart haben, sie bewusst ausgesucht haben oder sie als ein Geschenk erhielten. Was hat sie berührt? Warum genau dieses Glas, dieser Stoff, dieses Möbelstück? Wie hat es sich angefühlt, als die ursprüngliche Besitzerin zum allerersten Mal diesen Mantel ausführte?Und manchmal frage ich mich: Was würde diese Person denken, wenn sie ihr Stück heute sehen könnte – im neuen Kontext, in einem anderen Ambiente, in einem anderen Leben, mit neuer Wertschätzung?
Anna Blume ist kein Ort für verstaubte Nostalgie, sondern für Gefühl und für die leisen Verbindungen zwischen damals und jetzt.
Für Objekte, die nicht ins Museum wollen, sondern in ein neues Zuhause.
